Logo Sport Schart: Schwarzes S auf rotem Ball

MEIN ERSTER MARATHON……IM WECHSELBAD DER GEFÜHLE

»Einen Marathon laufen, das ist die Königsdisziplin« meinten jedenfalls viele Lauffreunde in meinen Bekanntenkreis. Bis dato habe ich diesen Wunsch nicht verspürt, da ich wusste, dass mit einem Marathon ja gar viele Trainingskilometer einhergehen mussten. Ich selbst bewunderte aber alle Läufer, die die 42,195 km schon bewältigt hatten.

Wie kam ich nun zu dieser Entscheidung, auf einen Marathon zu trainieren? Eigentlich ganz einfach. Nach meinem Rennsteig-Halbmarathon im Mai, den ich mit persönlicher Bestzeit lief, sann ich darüber nach, ob es eine andere Herausforderung geben konnte? Denn viel besser würde ich wahrscheinlich auf der Halbdistanz nicht werden, außer man verschärft das Training immens. Man(n) wird ja auch nicht jünger, dachte ich mir. Außerdem ist die erste Marathonzeit immer eine Bestzeit. 😉

Also den Entschluß gefasst, »Marathon« heißt die Herausforderung. Da ich selbst wenig, bis gar keine Ahnung vom richtigen Marathon-training hatte, musste ein Plan her. Ein Lauffreund der Speedys erstellte mir einen Plan. An dessen Ende stand: Sonntag, 25.9.2016, Einstein-Marathon Ulm. Der Plan war da, und ich sah nun worauf ich mich eingelassen hatte.

 

Hier ein kurzer Abriss:

 

Aus Zeitgründen legte ich das Training stets auf den Morgen. Das bedeutete zu den »langen Kanten« 4:30Uhr aufstehen, 5:30Uhr los,  8:30Uhr duschen und 9.00 Uhr auf Arbeit. Das war der Hammer, aber man gewöhnte sich schnell daran. Bei den langen Ausdauerläufen achtete ich penibel auf den Puls. Dieser sollte so lange wie nur möglich im »Keller« bleiben. Ich ließ auch keinen dieser Läufe ausfallen. Ausser in der vorletzten Woche, da ereilte mich eine Infektion, die mit Penicillin bekämpft werden musste. So hatte ich in der 12. Woche Null Kilometer auf dem Tacho und fühlte mich schlecht dabei.

Nun war er da, der Tag der Tage. Wir fuhren schon am Samstag nach Ulm um am Sonntag um 9:10Uhr ausgeruht zu starten. Caro und Norbert hatten sich für den 10km Liqui Moly Citylauf angemeldet. Wir tankten Abends beim Italiener noch ein paar Kohlenhydrate und gönnten uns zur Beruhigung noch ein kleines Bierchen. Sonntag früh stieg die Spannung und ich bereitete mich für den Marathon vor. Ich präparierte mich mit allem, was ich für nötig hielt. Ich nahm mir auch vor, alle Tipps des Trainers zu beherzigen. Aber wie es so ist, im Rennen ist wieder alles anders. Mein Startblock setzte sich in Bewegung. Die ersten Kilometer vergingen und mein Puls war ungewohnt hoch, obwohl ich oft die Pace prüfte, die alles andere als zu schnell war. Ich konnte mir das nicht erklären. Den 3:55h-Zugläufer musste ich ziehen lassen, und ich hoffte, den Puls zu senken. Als der Zugläufer 4:00h an mir vorbei lief, dachte ich mir: »Puls egal«! Ich lief mit ihm mit und ab KM 18 hatte ich das erste Mal Spaß an diesem Lauf. Das Gefühl blieb und steigerte sich. Ich plauschte mit dem Zugläufer und die Strecke führte heraus aus der Stadt, immer an der Donau entlang. Ich hatte mein »Runners High« begleitet von den Anfeuerungsrufen von Caro, Norbert und Sandra, die mich bei KM 23 erwarteten. Inzwischen hatte ich auch den Zugläufer stehen lassen und war bei KM 33. Das war die Euphorie, die mich leitete. Der Blick auf den Laufcomputer verriet leider nichts Gutes. Der Puls war an der Oberkante und die Beine wurden schwer und schwerer. Die Wunschzeit hängte ich an den Nagel.

Da war er, vor dem mich alle gewarnt hatten: Der Mann mit dem Hammer. Bei dem Puls war das klar, aber ich bin das Risiko gegangen. Bei KM 36 ging nichts mehr. Die Oberschenkel machten dicht. Laufen und Gehen wechselten sich nun ab. Die Geschwindigkeit war jetzt die eines zügigen Wanderers. Die letzten 3 km zogen sich wie ein Gummiband. Wahnsinn, dass die letzten paar Kilometer so hart und schmerzhaft sein konnten! Doch irgendwann hatte das auch ein Ende und das Ziel kam in Sichtweite. Der Jubel der Zuschauer war grandios und entschädigte mich für die letzten Kilometer. Das war so emotional, das ich feuchte Augen bekam. Vielleicht war aber es auch die Zugluft auf der Zielgeraden… 😉  Die Zeit war mir inzwischen völlig egal. Ich hatte es geschafft! Ich war schon etwas stolz. Die Uhr blieb bei 4:10:04 stehen. Meine Freunde empfingen mich und gratulierten zu meinem Debüt. Caro und Norbert eilten schnell zu ihrem Startpunkt und liefen ihren Citylauf. Nun konnte ich sie anfeuern und genoss die Zuschauerolle mit meiner Medaille um den Hals.

Nach dem Lauf ist vor dem Lauf.

img-20160925-wa0014

img-20160925-wa0000

img-20160925-wa0009

img-20160925-wa0003

img-20160925-wa0010

img-20160925-wa0001

img-20160925-wa0008

img-20160925-wa0023

img-20160925-wa0002

img-20160925-wa0004

img-20160925-wa0019